55 - Cäsium

55 - Cäsium
Abb. 1: Cäsium (99,99%) in Ampulle unter Argon
Schmelz- und Siedepunkt: 28,44 °C / 671 °C
Entdeckung:1861 von Gustav Robert Kirchhoff und Robert Wilhelm Bunsen, benannt nach lat. caesius (himmelblau) nach seinen blauen Spektrallinien
Stabile Isotope: 1 (133Cs)
Das radioaktive Isotop 137Cs wird gelegentlich bei Reaktorunfällen freigesetzt. Es hat eine Halbwertszeit von 30,17 Jahren und verbleibt daher recht lange in der Umwelt
Vorkommen auf der Erde (Erdkruste): 3 ppm
Weltjahresproduktion: ca. 20 t (1978)
Weltmarktpreis:
Zu beachten: ätzend, an Luft und mit Wasser explosiv, aber praktisch ungiftig.

Cäsium ist eins von nur drei Metallen (neben Gold und Kupfer), das nicht silbrig-grau ist, sondern eine richtige Farbe hat, nämlich champagner. Es ist weiterhin eins von 2 - 4 Elementen, die bei Raumtemperatur flüssig sind, je nachdem, was man genau unter Raumtemperatur versteht. Der Schmelzpunkt von Cäsium liegt bei 28,44°, es schmilzt also in der Hand. Die beiden "klassischen" flüssigen Elemente sind natürlich Brom und Quecksilber, aber auch Gallium schmilzt schon unter 30°.

Cäsium ist das reaktivste Alkalimetall (zumindest unter den nicht radioaktiven) und reagiert mit Luft-Sauerstoff explosiv, weswegen es nur in Ampullen unter Schutzgas (meiste Argon) lager- und transportfähig ist.

Technisch eingesetzt wird Cäsium nur in Spezialanwendungen, z.B. als Treibstoff für Ionentriebwerke, Vakuum-Getter, Elektroden für Photo-Multiplier und zum Betrieb hochgenauer Atomuhren.


Erstellt am 23.2.2012. Letzte Änderung: 3.7.2013